Ruhe in Frieden

flo

2010 – Gar nicht mal so schön.

Ein winterlicher Abend, nach langem Arbeitstag sitzt man noch dazu im Örtchen fest, weil sich der fahrbare sportliche Untersatz als eine winterliches Murmeltier entpuppt hat und im Hofe schlummert. Vielleicht wird ja bald Sommer. Das Jahr hat ja auch schon wieder begonnen. Schon wieder? Ein Blick zurück.
Auch vor einem Jahr steckte die Lokomotive im Winterloch fest. Keiner ahnte zu Sylvester, als man noch dem Nachbarschemiker schemenhaft den Briefkasten zum 6. Jahreswechsel in Folge in die Luft jagte, dass man wohl noch eine Weile auf Blau-Gelben Fußball warten sollte. Väterchen Frost ist eben doch kein Fußballer, sondern spielt Federball oder so. Als dann – es muss Juli oder August gewesen sein – die Winterpause ein jähes Ende fand, wusste die Loksche gleich mit nem’ Bombenauftritt in Dresden gegen die Boreas zu überzeugen. Sieg. Anschließend daheim ein Remis gegen die lilafarbenen Hinterwäldler aus dem Ährzjähbiersch, naja wenigstens nicht verloren. Da ließen wir sie lieber weiter arbeiten. Unter der Woche im Schacht, und zwar für einen Butterstollen mit Margarine statt Butter und ne halbe Ladyboyhure aus Chomutov – pro Woche. Eine Woche später jedenfalls sah man Leipzigs Equipe im Kampf gegen Rattenball Markranstädt auflaufen und auch tatsächlich kämpfen. Im hoffentlich letzten sportlichen Aufeinandertreffen (im Sinne des Fußballs) gegen genannte Verbrecher, bei denen Guido Schäfer doch noch Pressechef geworden ist, zog man nur knapp den kürzeren. Die darauf folgende Woche verging wie im Flug, Derby stand an. Bei hiesigem wurde statt Volldampf dann aber eher Brötchen mit Bockwurst von Renate aus der Fressbude gegeben. Über das abermalige torlose Unentschieden musste man sicher noch glücklich sein. Dennoch – wir kriegen euch alle! In Bautzen konnte 7 Tage später dann überraschenderweise ein Sieg eingefahren werden. Jetzt, aber jetzt wirklich, startet man durch was die Liga angeht, das dachte sicher nicht nur ich mir. Falsch gedacht. Eine bespielslose Negativserie brachte die Loksche in die tieferen Tabellenregionen, man verlor nahezu jedes Spiel mit 2 bis 3 Toren Differenz, nur gegen Zwickau konnte man siegen – naja wenigstens gegen die.
Letztendlich froh darüber, dass endlich Sommerpause war, weil man dem Abstieg punktetechnisch doch noch relativ nah kam, war man nun gespannt auf eventuelle Veränderungen innerhalb der nächsten Wochen.
Ein gewisser Baum zog seinen Ast doch noch zurück. Wollte sich doch vielleicht eine dicke Drossel mal auf ihn setzen, wäre dieser sicher abgebrochen. Eine dicke brillentragende Drossel mit kariertem Hemd in XXL zu XXXXL-Körper, in diesem Falle. Stattdessen erspähte diese einen gewissen Achim Steffens, der gerade noch Gera zum Abstieg führte. Egal – Achim war ab jetzt der Größte bei den Größten der Welt! Passt ja. Was nicht passte, waren die Abgänge der Säulen des Teams. Jülich, Starke, Engler und Schreiber zog es in die Ferne (oder in den Schaukelstuhl). Wenigstens unser Evers blieb. Auch hierfür noch mal ein emotionales, wirklich ehrlich gemeintes “JAAAAAAAAAAAAAAAN!”. Rähnnähy H. war auch geblieben. Zum Glück. Einziger namenhafter Neuzugang war Thorsten Görke, der an seine alte probstheidaer Plachehölle zurückkehrte. Eine gute Vorbereitung wurde absolviert, hinzu kam die Nachricht der Ansetzung vom ersten Spieltag – gegen die Scharben sollte es gehen! Der “Butterfly-Effect” wurde enthüllt, alles und jeder war geil auf die Saison. Da begann hiesige dann mit einer Nachricht, die man erst 23.30 am Vortag erhielt. Derby fällt flach. Die gesamte Bullerei wurde in Görlitz gebraucht, um dort zuzugucken wie das Hochwasser steigt. Glückwunsch. Im Vorraus gegriffen: Derby wurde auch das zweite mal abgesagt, weil das Übel von Gegenüber drei eminent wichtige Spieler zu nem Sinnlosturnier der Jugend abstellen “musste”. Versuch Nummer drei scheiterte abermals am Badmintonspieler Nummer eins – Väterchen Frost. Diesmal im mixed Doppel mit Frau Holle. Assis! Doch zurück zum Saisonstart.
Eine Woche nach der Absage spielte die Loksche in Auerbach auf, um dort gleich die wahrscheinlich beste Saisonleistung zu zeigen. Geiles Spiel, geiler Zaun, ist gleich geile Stimmung. So ist das nun mal in Auerbach. Die nächsten Spiele endeten alle trotz Führung remis, zudem brachte man es fertig gegen in doppelter Unterzahl spielende Gothaer in letzter Sekunde zu verlieren. Scha(n)de! Wenig später durfte man dann pokaltechnisch Chemnitz im Estadio el Placho zu Probstheida empfangen. Endlich mal wieder ein Knüller in der sonst meist tristen Liga. 3-Jahre-ISL-Feier-Choreo zu Beginn, war gelungen. Chemnitz auch mit nem ansehlichen Haufen angereist, Spiel konnte also losgehen. Lok in HZ eins noch gut mithaltend, verlor dann aber in Durchgang zwei den berühmten Faden, bis jetzt keine Ahnung wo er denn nun hin war, und brachte es noch zu ner 0:5 Klatsche. Wieder das Aus im Pokal, wieder kein DFB-Pokal-Sieg im nächsten Jahr, und wieder damit wieder kein Europapokal. Mist. Naja, immerhin gings gegen den Regionalliga Überflieger, der hoffentlich Huren-RB den Aufstieg wegschnappt. Den ersten Saisonsieg konnte man dann daheim gegen – festhalten- Luckenwalde erspielen.
War der Fettwanst von Knoten jetzt etwa geplatzt? Nein. Drei Niederlagen sollten folgen, und dann wars das auch schon nach (na wer hat mitgezählt?) sage und schreibe 10 Spielen mit der Hinrunde für den Club. Denn zwischendurch wüteten noch Wildschweine in Dresden, weswegen man auch dort nicht antreten konnte. Chemiker!
Und rum war das Seuchenjahr für Lok. Ein Glück, denke sicher nicht nur ich mir. Viele Verletzungssorgen, sinnlose Spielabsagen und vereinsinterne Reibereien prägten das vergangene Jahr 2010. Zu Allem kommt hinzu, dass unser Achim am Herzen operiert werden musste, und um seine künftige Tätigkeit als Trainer gebangt werden muss. Gute Besserung an dieser Stelle. Gespannt sein darf man trotzdem wieder auf das neue Jahr. Was kann Neuzugang Thorsten Frings, insgeheim auch unter Weltenbummler Backhaus bekannt, bewegen? Was bedeuten die bislang anschaulichen Auftritte der “Jungen Wilden” bei den Hallenturnieren für die Rückrunde? Wer wird den Verein ab Februar nach der Ära der besagten dicken Drossel führen? Und gelingt endlich die sportliche Wende? Wäre ein Nicht-Abstieg doch ziemlich wichtig , in Hinblick auf die nächste Saison, in der es um die Quali-Plätze für die neue Regionalliga 2013 geht. Also ranklotzen Jungs, damit die anderen es endlich wieder einsehen müssen! – Wir sind unschlagbar….!

dor bär von dor biber und dor bär
w

Papara(ga)zzi!

Den Schnappschuss der Woche stellt dieses ansehnliche Foto dar, welches bis vor wenigen Tagen auf der LE Bulls-Page zu finden war und nun leider uuuuurplötzlich verschwunden ist.

„Entweihe ich mit unwürdiger Hand dies Heiligtum, so will ich’s lieblich büßen“ (by William Shakespeare)

Der Schacht ruft…

Was is‘n?

Am Ende aller Auswärtsfahrten steht die Frage wie schnell man denn nun auf Kraftfahrtstraßen fahren darf?!
Um unserem öffentlich rechtlichen Bildungsauftrag gerecht zu werden, hier und nur für euch die exklusive Antwort:

Auf einer Straße mit zwei Fahrstreifen für jede Richtung und einer baulichen Trennung der Fahrtrichtungen gilt,sofern durch eine Beschilderung nicht anders vorgegeben, eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h.

Bevor man zu diesem Punkt gelangt muss man sich selbst und der eigenen Mannschaft eine Frage stellen- was isn?
Somit den Nagel auf den Kopf getroffen, die Nadel im Heuhaufen gefunden und den Vogel abgeschossen sagen wir uns und euch liebste Mannschaft, falls ihr das überhaupt lesen solltet, steckt den Sand nicht in den Kopf, lasst selbigen nicht hängen und denkt immer dran: auch wenn du denkst es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtlein her!
Im Falle der heute ansprechend spielenden Mannschaft wird es aber Zeit für ein ganzes Flutlicht! Mittlerweile wird aber wiedereinmal deutlich-haste Scheiße am Schuh,haste Scheiße am Schuh! Eigentlich hat unser Team alles richtig gemacht, gut gespielt, einen Rückstand schnellstmöglich ausgeglichen, stets Moral gezeigt und der beste Achim Steffens der uns bekannt ist hat den bislang Tabellenzweiten in Person von René Heusel Fussballgott, ausgejokert! Hier wäre noch zu erwähnen, dass das gemeine Lokvolk wie wir es sind,also so richtig gemein, beim Namen des Mannes der zumindest in Gedanken immer im Abseits steht Probleme hat zu differenzieren ob Fussballgott nun wirklich schon zum Namen gehört. Leider hat sich das teilweise toll aufspielende Team kurz vor Toreschluss selbst um den Lohn seiner Arbeit gebracht und noch den Ausgleich gefangen. Bitter, ärgerlich, zum Heulen, ausrasten und sich auch ein bisschen schämen wenn man sich mittlerweile auch langfristig im Abstiegskampf über einen Punkt beim Aufstiegskandidaten Halberstadt freuen sollte. Ich hatte doch damit angefangen Sprichwörter um mich zu schleudern, also um die Quote zu halten haben wir uns vorher benommen wie die Elefanten im Porzellanladen, mal richtig die Sau rausgelassen und die Puppen tanzen lassen. Da Sonntag Waschtag ist, der Club langsam aber sicher Baden geht, die Fanszene nur mitschwimmt und es ja irgendjemand geben muss der aufpasst, das im Schwimmbad nicht gerannt wird hieß es für zwanzig Frühaufsteher die Badehose einzupacken und dem Bad neben dem Stadion einen Besuch abzustatten. Whirlpool, Sprungturm und vor allem die Rutsche hatten zum feiertäglichen Badevergnügen geladen und wurden voll belastet. Ich muss kurz unterbrechen da wir eben einen Archeopterix totgefahren haben-der Interaktivität unseres Blogs wegen erwarte (!) ich eine Definition dafür in Form eines Kommentars, der schnellste Erklärbär bekommt ne entsprechende Würdigung, wir lassen uns da was einfallen! 
Weiter im Text, the Show must go on, wir haben doch keine Zeit! Baden hat gefetzt, alle waren schon vorm Spiel heißer und die Rutsche hat die beste Akustik die man sich vorstellen kann. Trotz des stimmungsvollen Starts in den Tag,oder noch wahrscheinlicher gerade deswegen war der gesangliche Auftritt im Stadion wiedermal nach zwanzig Minuten gegessen. Irgendwie muss sich da wirklich was ändern, auch hier sind wir einer kleinen Diskussion in Form von Kommentaren keineswegs abgeneigt, es wäre nur ratsam konstruktiv zu bleiben, eure Wortwahl genau zu überdenken sonst werden es die Kommentare nicht durch unsere pervers strenge Zensur schaffen ;-)
Ich schließe jetzt, rund drei Stunden nach Abpfiff in einer runde gleichgesinnter im Herzen unserer Stadt mit einem Gruß an alle blau gelben Krieger in Stadien, auf den Straßen, auf dem Rasen und im Knast. Am Sonntag kommt Karl-Marx-Stadt und ich hoffe alle zeigen endlich wieder was es heißt Lok Leipzig würdig zu vertreten!



x